Die Burg stellt das bedeutendste und markanteste Baudenkmal der Stadt Tittmoning dar. Durch ihre Ausdehnung und ihren Erhaltungszustand ist sie ein wichtiger und einmaliger Profanbau des Chiemgaus. Im 12. Jahrhundert wird sie bereits als Sitz eines Rittergeschlechts erwähnt. Für das Jahr 1234 ist sie erstmals durch eine Urkunde schriftlich belegbar.

 

Die Burg bildete den Abschluss einer Befestigungsmauer, die einstmals die gesamte Stadt umschloss. An den Hauptgebäuden wurde bis in das 17. Jahrhundert gebaut, spätere Veränderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen mehr. Ungewöhnlich ist der Zugang über zwei Tore, die über Zugbrücken erreichbar sind. Die Gebäude umschließen einen rhombusförmigen Hof, dessen weiteste Ausdehnung fast 100m beträgt. Die Gebäude sowie die Burgmauer wurden aus Tuffsteinquadern errichtet, was von außen her noch heute einen einheitlichen Eindruck vermittelt.

 

1614 ließ der Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems die Burg umbauen. In dieser Zeit entstanden die Gebäudeteile Fürsten-, Prälaten- und Kavalierstock, die der Erzbischof mit seinem Hofstaat bewohnte, wenn er die Burg und die Stadt besuchte.

 

Am 16. Dezember 1805 brannten die Gebäude vom Torturm zur Stadt bis zum Kavalierstock, vermutlich durch die Überheizung eines Ofens, ab. Wesentliche Teile des bereits 1425 errichteten nördlichen Rumpfbaues bleiben jedoch erhalten. Dieser wird nach dem Brand von 1805 allgemein als „Fürstenstock“ bezeichnet. In ihm befand sich nach dem Umbau von 1614 im zweiten Obergeschoss das Audienzzimmer des Erzbischofs mit den drei markanten Fensterachsen zum Burghof hin. In einigen der Räume sind noch die originalen wuchtigen Holzbalkendecken sowie die hölzernen Fußbodendielen aus der Zeit des Umbaues erhalten. Die vorhandene Küche stammt ebenfalls noch aus dieser Zeit.

 

Im Jahr 1812 gelangte der abgebrannte Gebäuderumpf in private Hände. Ab 1950 gehörte jedoch der ganze Fürstenstockrumpf durch Stadtratsbeschluss und käuflichem Erwerb wieder der Stadt Tittmoning.

 

Entsprechend einer Nutzungsstudie zur Sanierung der Burg sollen die Räume im substanzgefährdeten Fürstenstock nach der Instandsetzung wechselnden Nutzern als Mehrzweckräume für Sonderausstellungen sowie für die Durchführung kleinerer Veranstaltungen dienen. Im November 2006 erfolgte der Baubeginn. Die erforderlichen Sanierungs und Substanzsicherungsarbeiten wurden unter größter Rücksichtnahme auf den denkmalpflegerisch wertvollen Gebäude- und Ausstattungsbestand geplant und durchgeführt.

Bauherr:

Stadt Tittmoning

Architekten:

PLANKREIS Architekten und Stadtplaner

Planung und Projektleitung:

Albrecht Schneiderhan Architekt

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